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Techno-ökonomische Analyse

Die Strategie kalkulieren, bevor investiert wird

Für einen industriellen Hersteller von Spülsystemen kalkulierten wir eine strategische Produktentscheidung, bevor auch nur ein Werkzeug geschnitten wurde — wir verglichen zwei konkurrierende Produktstrategien technisch und wirtschaftlich und stellten sie in einer SWOT gegenüber, damit die Wahl auf Basis von Evidenz statt Bauchgefühl getroffen wurde.

Anonymisiert: durchgeführt für einen portugiesischen Hersteller, hier als „der Hersteller“ bezeichnet. Die Abbildungen sind illustrativ und enthalten keine Kundendaten oder identifizierende Produktdetails.

Die Herausforderung

Der Hersteller stand vor einer strategischen Produktentscheidung für eine neue Reihe von Spülsystemen: Wie lässt sich eine Bandbreite von Marktanforderungen am besten abdecken? Zwei Entwicklungspfade lagen auf dem Tisch — ein Paar einfacherer, günstigerer Produkte, die jeweils einen Teil des Marktes bedienen, oder ein einziges, komplexeres Produkt, flexibel genug, um mehr Anforderungen allein zu erfüllen. Der erste Weg hält jedes Produkt günstig, verdoppelt aber die Produktionskomplexität; der zweite bringt höhere Stückkosten, deckt aber mit einer Linie mehr Markt ab. Eine Fehlentscheidung ist teuer bei Werkzeugen und Produktion — Ziel war es daher, die Entscheidung früh zu treffen, auf Basis von Evidenz statt Bauchgefühl.

Was wir taten

  • Wir verglichen Wettbewerbs- und Kandidatenprodukte technisch und wirtschaftlich, um die beiden Strategien direkt vergleichbar zu machen.
  • Wir übersetzten das technische Bild in Stückkosten und erforderliche Investition und normalisierten jede Option für einen Vergleich auf Augenhöhe.
  • Wir erfassten die strategischen Kompromisse, die die Zahlen allein nicht zeigen, in einer SWOT.

Vorgehen

1 — Technischer Vergleich

Wir haben Wettbewerbs- und Kandidatenprodukte zurückentwickelt — Komponenten gezählt, Rohmaterial nach Materialfamilie gewogen und die Produktionskosten geschätzt — und dann die reale Leistung in einer Standardanwendung verglichen. Das machte aus jeder Option eine vergleichbare Stückliste und eine direkt vergleichbare Leistungsbasis.

KomponentenKunststoff32Verchromter Kunststoff5Gummi4Metall2Gesamt43Rohmaterialgewicht (g)Kunststoff405Verchromter Kunststoff25Gummi27Metall3Gesamt460
Stückliste der komplexesten Variante (43 Komponenten, 460 g), aufgeschlüsselt nach Materialfamilie — die Grundlage des technischen Vergleichs.

2 — Wirtschaftlicher Vergleich

Wir übersetzten das technische Bild in Stückkosten und erforderliche Investition — Rohmaterial, Produktion, Werkzeug- und Montagelinien-Abschreibung — und normalisierten jede Option für einen Vergleich auf Augenhöhe. Die beiden Strategien, eine Zwei-Produkt-Reihe und ein einzelnes flexibles Produkt, wurden für jede Variante kalkuliert.

Zwei-Produkt-ReiheEinzelnes flexibles Produkt
MarktbedarfInnenbereichUniversalInnenbereichUniversal
Komponenten17263243
Teilegewicht (g)203297404460
Stückkosten (Index)100210201317
Werkzeugkosten (Index)100159172224
Beide Strategien decken dieselben zwei Marktbedürfnisse ab (Innenbereich und Universal). Kosten indexiert auf die günstigste Variante (= 100); absolute €-Werte aus Vertraulichkeitsgründen zurückgehalten.

3 — SWOT

Schließlich stellten wir die beiden Lösungen in einer SWOT gegenüber, um die strategischen Kompromisse zu erfassen, die die Zahlen allein nicht zeigen — vor allem, dass zwei Produkte einzeln günstiger sind, aber die Produktionskomplexität vervielfachen, während das einzelne Produkt pro Stück mehr kostet, dafür aber Flexibilität und breitere Marktabdeckung erkauft.

Ergebnis

Die techno-ökonomische Analyse beschleunigte die strategische Entscheidung, und der vorgeschlagene Weg wurde umgesetzt. Das gewählte Produkt ging anschließend in die vollständige technische Entwicklung — Ideenfindung, ein kalibriertes hydraulisches Modell, 3D-gedruckte Prototypen und ein DOE-validiertes Design — behandelt in der begleitenden Fallstudie, Produkte nach ersten Prinzipien entwickeln.